Saturday, October 12, 2019

On the road again - 10. Oktober

Kurz nach sieben fahren wir los, aber Tanken (80,42l für 825km) und Einkaufen bei Coles für die nächsten Tage halten uns auf, erst um 08.40 Uhr sind wir wirklich unterwegs. Wohin die Reise geht wissen wir noch nicht, aber auf jeden Fall müssen wir Richtung Port Hedland. Tempomat auf 88, das sind ziemlich genau echte 80 km/h, und dann rollen lassen. Ab und zu überholt uns jemand, vor allem die Caravanfahrer aus Viktoria sind gut darin, schnell zu fahren. An der nächsten Haltemöglichkeit stehen sie dann, füllen Sprit nach, telefonieren oder essen etwas - und dann müssen sie uns wieder überholen. 

Beim Sandfire Roadhouse legen wir eine Pause ein, ungewöhnlich für uns, aber wir brauchen noch, bis wir uns das wieder abgewöhnt haben. Der Wind, fast schon ein Sturm, hat fast Backofentemperatur, auch das ist nach einer Woche in Broome gewöhnungsbedürftig. Dort im Roadhouse machen wir dann auch die Planung für die Weiterfahrt etwas konkreter: Erstmal weiter nach Südwesten, sehen, ob wir die Einfahrt in die Bore Line Road überhaupt finden. Wenn nicht, geht‘s zum nächsten Roadhouse. Der angedachten 24-Stunden-Stop ist zu weit weg, das wären noch rund 200 km.
Road side camp after sunset

On the road again 

Aber die Einfahrt ist genau da, wo sie laut Karte sein soll und sie ist auch nicht zu übersehen. Offensichtlich wird die Straße rege genutzt, sie ist in einem hervorragenden Zustand, kaum Korrugation, keine Löcher, keine Auswaschungen. 48 km weiter im Süden, am Anfang einer kleinen Range, finde ich einen geeigneten Platz für unsere Übernachtung. Bei dem langen Aufenthalt in Broome haben wir uns ein paar Gäste eingefangen: In der einen Stuhltasche haben sich Ameisen breit gemacht und auch in dem Holzklotz, der noch auf dem Dach liegt seit Ross River, krabbeln eifrig Ameisen herum. also wird er heute verbrannt.

Soviel Fliegen wie heute haben wir auf dieser Reise noch nicht erlebt. Hunderte schweben um uns herum und versuchen, an die Augen, in die Ohren und die Nasen zu kommen. Solange sie nur auf dem Rücken herumkrabbeln geht es ja noch. Aber auch hier gilt: 10 Minuten nach Sonnenuntergang verschwinden sie. nur ist der Sonnenuntergang erst später als es hier den Anschein hat, denn zwischen uns und der Sonne ist ein hoher ist die Sonne schon viel früher verschwunden.

Ich hatte eigentlich nicht erwartet, dass der Klotz vom Dach ordentlich verbrennen wird heute Nacht. Denn eigentlich ist unsere Feuerstelle zu klein und außerdem habe ich nicht genug mitteldickes Holz gefunden, das Feuer entwickelt viel zu wenig Hitze. Doch dann brennt es und brennt und brennt. Der Nachteil ist, dass ich erst nach zehn ins Bett komme, der Vorteil, dass ich morgen nichts beseitigen muss.

Wednesday, October 9, 2019

Broome - 9. Oktober

Der letzte Tag, wenn nichts besonderes passiert. 

Brigitte geht gleich nach dem Frühstück zum Yoga in den Buddhatempel. Ich nutze die Zeit, um zuerst meine braune Hose zu reparieren (der Reißverschluss hat seinen Geist aufgegeben und wird durch zwei Druckknöpfe ersetzt) und die hintere Fläche des Troopie und die zwei großen Schubfächer (Rollers) sauber zu machen. Bei der Gelegenheit richte ich auch gleich das auf der Canning Stock verbogene Seitenteil wieder.

Die Fahrt in die Stadt unterbrechen wir auf halbem Weg, um erst zum Fishing & Camping Shop zu gehen, wo ich mir einen Duffle Bag Large von Oztrail kaufe, als Ersatz für die blaue Reisetasche, die leider auch die Rückreise nicht durchhalten wird - zumindest nicht ohne eine ausreichende Verstärkung. Jeder Campingstuhl ist bequemer als die, die wir von TCC mit dem Auto bekommen haben. Es folgt ein Besuch bei den drei Friedhöfen: Dem japanischen, dem der Bewohner von Broome und dem chinesischen. Auf dem japanischen Friedhof sind 909 Japaner begraben, meist Angestellte im Pearling Business als Taucher und deren Angehörige. Allein die beiden Zyklone von 1909 und 1935 haben jeweils 140 Japaner auf dem Gewissen. Der chinesische Teil des Friedhofs ist eher leer. Auffällig ist, dass im japanischen Teil der einzige Schmuck die Grabsteine sind, wogegen es im chinesischen Teil Plastikblumen sind, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

In der Stadt stellen wir fest, dass Coles morgen schon um 7.00 Uhr aufmacht, das reicht uns zum Einkaufen. Also verzichten wir jetzt darauf, den Laden aufzusuchen und kehren stattdessen fast unbeladen nach einer Weile mit dem Bus zurück nach Cable Beach. Dort ist wieder relaxend angesagt, und Kartenstudium wegen unseres weiteren Wegs. Allerdings bleibt alles eher vage.

Während der nächsten Busfahrt stelle ich fest, dass ich mein Handy nicht in der Tasche habe, das liegt wohl noch auf dem Minitischchen meines Campingstuhls neben dem Troopie. Also steige ich bei Haltestelle 32 aus her mit dem nächsten Bus zurück nach Cable Beach. Brigitte fährt weitermachen Chinatown. Das Timing klappt. Der Bus kommt nur etwa 5 Minuten später, bei Palm Grove bleiben mir acht Minuten, um nach dem Mobile zu suchen. Und tatsächlich, es liegt wie vermutet offen auf dem Stuhl. Brigitte hatte ihn an eine andere Stelle gestellt, das iPhone aber nicht wahrgenommen. Der Busfahrer ist ähnlich erstaunt, dass ich schon wieder da bin („Long Time Not Seen.“) wie der Aboriginal, der schon vorhin mit uns an der Bushaltestelle saß. In Chinatown steigt Brigitte zu, sie war nicht erfolgreich, denn das Geschäft zu dem sie wollte, der Showroom von Cygnet Bay, hatte schon zu. 

Der letzte Abend in Broome gehört traditionell Matso‘s. Wie immer lohnt sich die Investition. Das Bier ist großartig, auch wenn es nicht dem Deutschen Reinheitsgebot entspricht. Ob Ginger-, Chilli- oder Mangobeer, alles ist sehr gut und recht erfrischend. Die anderen Sorten habe ich diesmal nicht verkostet. Auch das Essen ist echt klasse, awesome, wie der Australier sagt. Andrés ist heute im Garten, deshalb werden wir von Mailen aus Argentinien bedient. Aber Andrés begrüßt uns und bringt uns auch das Essen. Wieder schaffen wir ohne Stress den letzten Bus zurück nach Cable Beach.
Angry Ranga und Gingerbeer


Sun Pictures Cinema

Ein japanischer Grabstein 

Tuesday, October 8, 2019

Broome - 7./8. Oktober

Pünktlich um 07.28 Uhr stehen wir vor dem Tor und harren der Dinge, die auf uns zukommen. Und sie kommen in Form eines Kleinbusses mit Andrew am Steuer. Wir sind die ersten, am Ende sind neun Passagiere im Bus, nur ein Platz bleibt frei. Vier Paare, ein Kind, Thea (10).
Wir werden auf zwei Flugzeuge verteilt, Thea und ihre Pflegeeltern reisen zusammen mit uns. Brigitte und ich kommen ganz nach hinten, vor uns sind Thea und Colin, vorne neben Rhys, dem Piloten, sitzt Carol. Dann geht es los, straight ENE, fast genau nach Ostnordosten.  Wir überqueren die Dampierhalbinsel und den daneben liegenden Sund und erreichen so den nahezu unberührten Teil der Kimberley. Hier lebt niemand, das muss ein Paradies sein für Tiere. Aber auch hier steigt Rauch auf, offensichtlich ein Burning, ausgelöst per Hubschrauber.

Jetzt, etwa eine Stunde vor Niedrigwasser, sind die Falls nicht so beeindruckend, aber ich kann mir gut vorstellen, wie dieser Strom sich bei hohem Wasserstand aussieht. Nördlich von hier ist eine Mine, mitten in sonst unberührter Natur. Bei wirtschaftlichen Interessen gibt es keinen Naturschutz mehr. Das angebaute Eisenerz geht direkt per Schiff nach China.
Über Bucchaneer Archipelago fliegen wir nach Cape Leveque. Immer, wenn irgendetwas Besonderes zu fotografieren ist, bin ich zu langsam, oder es ist etwas vor der Linse oder ich kann den Apparat nicht recht in Stellung bringen, das stört mich, weil die Bilder entweder nicht so werden, wie ich mir das vorgestellt habe oder gar nicht erst zustande kommen. So ist es auch beim Anflug auf Cape Leveque. Gerade, als die roten Felsen ins Bild gekommen wären, legt Rhys das Flugzeug auf die Seite - nichts ist‘s mit einer Luftaufnahme.
Eisenerz von der Timor sea

Dafür macht er unten, bei Kooljaman, von uns eine Mehrfachaufnahme, ein Panoramabild, auf dem Brigitte und ich jeweils drei Mal zu sehen sind. Das muss ich mir auch beibringen, aber das bedarf viel Übung.
Da wir immer noch etwa Niedrigwasser haben, ist das Schwimmen nicht ganz so schön. Auch habe ich mir den Fuß an einem Felsen aufgerissen. gut, dass es hier weder Crocs noch Sharks gibt. Als Entschädigung gibt es im Restaurant Lunch, die Nichtvegetarier bekommen Fisch und Chips. Vermutlich durch das Umbuchen - wir waren eigentlich für Dienstag eingetragen, wurden aber, weil jemand anderes ausgefallen ist, gefragt, ob wir schon heute fliegen können - ist untergegangen, dass Brigitte Laktoseintolerante Vegetarierin ist. Als Rhys sieht, dass ich den Fisch nehme, bestellt er für Brigitte ein neues Essen.

An der Stelle an Point Coulombe, wo wir vor sechs Jahren drei Nächte standen, steht auch jetzt ein Fahrzeug. Die Küste ist ziemlich stark besucht derzeit.
Der Nachmittag vergeht ziemlich schnell, obwohl wir uns kaum von unserem Auto wegbewegen. Ich versuche, mit Resound Kontakt aufzunehmen, verspreche mir allerdings nicht viel davon. Die App startet an, bleibt aber in der Initialisierungsphase stecken, der Steuerungsteil ist nicht zu sehen, soweit kommt es nicht, auch nicht nach langer Wartezeit. Das passiert, seit ich am 4. Oktober den anstehenden Update vom 23. September eingespielt habe. Und jetzt habe ich keinerlei Steuerungsmöglichkeiten und entsprechend auch nur eingeschränktes Hören. Vermutlich bleibt das so, bis wir wieder in Deutschland sind.

8. Oktober

Nein, nicht ganz. Resound hat zwar, wie erwartet, nicht auf mein Mail reagiert, also kam von dort auch keine Lösung. Ich habe dann die App ganz entfernt von meinem iPhone und neu installiert. Jetzt sind zwar meine Favoriten, also die angepassten Einstellungen für verschiedene Zwecke verloren, aber das ist nicht so tragisch, da ich sie ja ohnehin nicht mehr aufrufen konnte. Mit den Neuinstallation funktioniert jetzt wieder alles.

Mit dem ersten Bus, also dem um 07.52 Uhr, fahren wir zum Gantheaume Point. Also eigentlich nur zum Racecourse, dort müssen wir aussteigen und den Rest des Wegs gehen. Die Strecke ist ganz frisch gegradered, letzte Woche war sie noch in schlimmem Zustand. Als Fußgänger merkt man‘s nicht. An Anastacia‘s Pool versuche ich mich darin, ein Bild mit zwei Brigittes zu machen und siehe da, es funktioniert grundsätzlich, auch wenn die Sonne die eine Brigitte etwas im Dunkeln stehen lässt. Dann machen wir uns auf den Weg nach Norden, nach Cable Beach. Vorbei an vielen geparkten Autos am Südende des Strands gehen wir immer an der Wasserkante entlang. Der Sand ist so fest, dass wir keine Spuren hinterlassen, die das Meer dann auswischen würde. Nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder an unserem Troopie. Ziemlich lange für die 9 km, aber da sind ja auch die Klettereien an Gantheaume Point und verschiedene Fotostops mitgezählt. 
Zwei Brigitte an Anastacia’s Pool

Am frühen Nachmittag gehen wir dann zu dem Buddhaschrein in der Nähe. Zu früh, denn er ist erst ab 16.00 Uhr bereit für Gäste. So sehen wir uns in der Zwischenzeit im nahegelegenen Willie Creek Showroom Perlen und Schmuckstücke aus Perlen an. Jede der Pinktata Maxima kann bei sachgemäßer Behandlung im Laufe ihres Lebens vier Perlen produzieren. Jede Perle braucht zwei Jahre vom Implantieren des Nukleus bis zur Reife. 

Brigitte macht als Beilage zum Abendessen Linsenpatties am BBQ in der Náhe unseres Stellplatzes. Abgesehen davon, dass sie das Gerät etwas zu spät einschaltet und dann nicht so lange warten will, gelingen sie gut.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell auf Reisen die Zeit vergeht. Noch zwei Nächte, dann brechen wir schon wieder auf nach Süden; und dann sind es nur noch drei Wochen bis zum Abflug nach Singapore. Es fängt schon wieder an: Nur noch, zum letzten Mal,... Dabei bin ich froh, hier sein zu dürfen. 



Sunday, October 6, 2019

Broome - 5./6. Oktober

Samstag morgen. Nachdem ich um Viertel vor vier draußen war und dabei nur einen bewölkten Himmel gesehen habe, wache ich erst um Viertel nach fünf wieder auf. Mist, ich habe gestern vergessen, das iPhone an das Ladekabel zu hängen. Zum Duschen ist es schon ein wenig zu spät. Bereits fünf vor sechs der Anruf, „Ihr Bus ist da.“ von nur 8 Passagieren sind wir die ersten. Auch die anderen, ein Paar aus Cairns und eine Familie aus Fremantle, Mutter, Vater, Tochter und Sohn, wohnen hier in Cable Beach.
Beim Turnoff zu Willie Creek beginnt der Gravelabschnitt. Deutlich ist zu spüren, dass die Saison zu Ende geht, der Track ist in einem miserablen Zustand. Aber etwa 20 km später beginnt eine Baustelle, und die erstrecket sich fast bis Beagle Bay. Der Track wird offensichtlich aufgefüllt und so deutlich entschärft. Denn dieser Weg ist ja bislang wie ein Hohlweg, mit all den Folgen bei Regen, unter denen wir schon 2013 zu leiden hatten. Eine kurze Rechnung ergibt einen Bedarf von 10.000 qm Füllmaterial pro km Strecke - und die ist fast 100 km lang. Wo kommt das alles her?
In Beagle Bay ist die erste Pause, Zeit, die Kirche zu besichtigen (Sie sieht noch immer aus wie vor drei Jahren und auch so wie vor sechs.) und für einen Becher Tee und ein paar Kekse, Frühstück halt. Ab hier ist zumindest die Hauptverbindung asphaltiert. In Gambanan sollen wir von einem Aboriginal etwas über die Gegend erfahren, aber es ist niemand da, der Ort ist wie ausgestorben und auch alle Versuche, via Broome etwas zu erreichen (es gibt hier Telstra Coverage) schlagen fehl. Also starten wir unverrichteter Dinge und fahren nach One Arm Point, Ardyaloon in der hiesigen Sprache, um einerseits die schöne Natur zu genießen und andererseits in der Hatchery ein wenig über hiesige Meeresbewohner zu erfahren. Barramundi sind schon bemerkenswerte Fische x und nebenbei auch sehr gut. Während wir die Aufzuchtstation besichtigen, landen zwei Wasserflugzeuge auf dem hiesigen Airfield und bringen Touristen, die sich den Horizontal Waterfall angesehen haben und jetzt mit Anderen per Bus die Tour fortsetzen. 
Zu Lunch und Mittagspause geht es wieder zurück nach Gumbadan. Es ist noch immer niemand da, aber da wir nur Pause machen wollen, macht das nichts. Das Meer ist noch einige Meter vom Höchststand entfernt, aber dennoch ist der Strom, mit dem es aufläuft, beeindruckend. Ich sichte zwei Schildkröten, die Familie aus Freo sieht eine Delfingruppe, nicht schlecht für eben Mal so hinsehen. Lunch ist ein Salat, es gibt vier Sorten, mit Rind, mit Schinken, mit Huhn und vegetarisch. Alle sind gut. 
Der nächste Halt ist Cygnet Bay, die Perlfarm. Und das, was wir diesmal erzählt bekommen (neben dem Rückblick auf die Geschichte der Gründung) unterscheidet sich sehr von vor drei Jahren, denn es ist mit einem praktischen Teil verknüpft. Wir bekommen zu sehen, wie man die Muschel weit genug öffnet, ohne sie zu verletzten und wo man die Perle findet, wenn es eine gibt. Sogar eines der Implantate, das die Muschel zur Perlbildung eingepflanzt bekommt, wird uns gezeigt, es ist eine kleine Kugel mit etwa 2mm Durchmesser. Beim Einbiegen vor das große Empfangsgebäude scheuchen wir einen Pheasant Coucal auf, leider gibt es keine Chance, ihn zu fotografieren.
Weiter geht es nach Kooljaman at Cape Leveque. Die Felsen sind in dieser Nachmittagssonne richtig schön rot und die weißen Einlagerungen stechen deutlich hervor. Der Strand ist ein Traum, auch wenn man hier nicht baden kann, wegen der Haie und wegen der Stömung. Dazu geht es auf die Ostseite der Landzunge. Das Wasser ist wunderbar warm und durch die nur schwachen Wellen macht das Schwimmen viel Spaß. Nach einem Obstimbiß brechen wir wieder auf nach Süden.
Kooljaman at Cape Leveque - ein traumhafter Strand



Kevin, unser Fahrer, kann bei Nacht nicht so gut sehen - er ist nicht mehr der Jüngste  - und deshalb muss er besonders auf dem zweiten Teil der Strecke bei Eden, der uns entgegen kommt, fast bis zum Stillstand abbremsen. Denn kurz nach der Fahrt auf Asphalt geht die Sonne unter. Aber irgendwie erreichen wir doch noch in akzeptabler Zeit Broome und kurz nach acht sind wir am Troopie. Das war die letzte Tour dieser Art in dieser Saison, die Wet Season wirft ihre Schatten voraus.
Marienaltar in Broome - Mother of Pearl

In jeder Hinsicht, denn als ich aufwache zu angebrachter Uhrzeit, ist der Himmel total bewölkt, es sieht sehr nach Regen aus. Zum Glück kommt es nicht dazu. Der erste Bus in die Stadt fährt um 07.52 Ur vor demCamping ab, der nächste aber nicht, wie sonst immer, bereits 30 Minuten später, sondern erst eine Stunde. So sitzen wir um 20 nach 8 vergeblich an der Bushaltestelle. Wir gehen zu Fuß los, ich halte den Daumen raus und tatsächlich, es hält jemand und nimmt uns mit. So kommen wir überpünktlich zur Kathedrale. Mr. Saunierst selbst hält die Eucharistie. Vor Beginn werde ich gefragt, ob ich an einer Stelle helfen kann - wie könnte ich da nein sagen?
Saunders Predigt über den Glauben und das Gottvertrauen. Das gefällt mir gut und deshalb frage ich ihn nach dem Gottesdienst, als er draußen jedem die Hand gibt - das hatte ich bei einem Kardinal nicht erwartet, ob ich seine Predigt haben kann. Nein, das geht nicht, denn er hat nur einzelne Stichworte.
Auf dem Markt, auf dem überwiegend Kunstwaren verkauft werden, ist auch ein Stand eines Unternehmens, das einen Flug über den Horizontal Falls anbietet. Dabei hatte ich gedacht, die Saison sei vorüber. So kommt es, dass wir am Montag, also morgen, um 07.30 Uhr zur nächsten Tour am Campingplatz abgeholt werden. Eigentlich sollte es Dienstag um 10.15 Uhr sein, aber dann ruft jemand an und bietet den Montag an.Auch recht. Brigitte fliegt mit! Der Rückflug geht übrigens über Kooljaman at Cape Leveque mit Felsbesichtigung und Schwimmen! Das wird ein anderer Eindruck als bei der Abendsonne. 

Den Rest des Sonntags verbringen wir auf dem Platz mit Waschen, Lesen, Planschen, Tippen etc. Auf Platz 14 zieht eine junge Familie ein mit drei Jungs, geschätzt 5, 3 und 1 Jahr alt. Auch die Eltern sind aus unserer Sicht noch sehr jung.

Friday, October 4, 2019

Broome - 3./4. Oktober

Erst Helmut-Kohl-Gedächtnis-Tag (Tag der deutschen Einheit ist für mich immer noch der 17. Juni, als in der DDR Leute ihr Leben für die Einheit opferten), dann Franziskus-Tag. Aber nicht der des Papstes, sonders des „echten“ Franziskus von Assisi. 

Wir sind und bleiben in Broome. Wie lange, steht noch nicht fest, wir werden es aussitzen. Die Wet Season hat vorzeitig begonnen, die Luftfeuchtigkeit ist seit vier Tagen ziemlich hoch. Tagsüber ist es nicht so bemerkbar, aber morgens trieft alles. Die Luftfeuchtigkeit kondensiert an allem, was kalt genug ist. In meinen Schlappen, die wie immer am Fuß unserer Leiter zum Zelt standen, stand gestern morgen das Wasser - heruntergetropft vom Zelt. Und die Sachen auf der Leine sind feuchter als gestern, als ich sie hingehängt habe.

Werner tut gut daran, erst später aufzustehen, da ist es schon etwas abgetrocknet. Nach dem Frühstück fährt er los, endgültig ab nach Süden. In einer Woche muss er schon in Perth sein oder zumindest sehr nahe dran.
Im Anflug auf Broome International

Ein blühender Baum am Straßenrand 

Wir fahren mit dem Bus in die Stadt, um uns einen Parkpass für den Monat in Western Australia zu kaufen. Die Übernachtung bzw. der Parkeintritt in Windjana Gorge wird angerechnet. Es war nicht ganz einfach, das Büro des DPAW zu finden, weil der Stadtplan nicht ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Doch wir bekommen es hin. Dann bummeln wir über den Town Beach und genießen das laue Wasser. Der Tidenhub liegt zur Zeit hier in Broome bei rund 8 m, da muss man schon gut aufpassen, dass man seine Sachen nicht zu nahe am Wasser liegen lässt, besonders nicht angesichts des flachen Strandes. Anschließend besucht Brigitte ein paar Läden und ich wundere mich, dass es hier nichts für Männer gibt, eine Art Men Shed, zu benutzen in der Zeit, während die Frauen shoppen. Zum Platz zurück geht es wieder mit dem Bus.

Die Gasflasche - sie hat vor ein paar Tagen ihr Leben ausgehaucht - muss am anderen Ende von Broome gefüllt werden, es gibt sonst niemanden, der es macht. Eigenartig, dabei gibt es doch wirklich viele Campingplätze und viele Camper. Wie sollen wir das machen? Anhand eines anderen Stadtplans stelle ich fest, dass die Buslinie nur etwa 1 1/2 km von Elgas, so heißt der Unternehmer, entfernt endet, das sollte also gehen. 

Der Pool ist wieder voller Kinder und Matten und Spielgeräten, da macht es keinen großen Spaß, aber immerhin bin ich etwas erfrischt. Denn heute gehen, bzw. fahren wir zu Matso‘s zum Abendessen. Auf der Veranda ist ein Tisch für uns frei, kurz danach steht das erste Bier vor uns, ein Ginger Beer. Nicht so eines, wie man es bei uns unter dem Namen Ginger Ale bekommt, sondern ein echtes Bier, allerdings nicht dem Reinheitsgebot unterliegend, denn während des Brauvorganges wurde Ingwer zugesetzt. Es schmeckt auch wirklich nach Ingwer und es ist herrlich frisch. Andrés, unser Kellner, er ist aus Barcelona, rät mir vom Chilibeer ab, das sei zu „hot“, bringt mir zum Beweis ein Versuchsglas - es ist tatsächlich ziemlich scharf, aber noch gut trinkbar - und rät zu einem  Chili-/Gingerbeermix, der sogar auf der Karte steht. Mein „Fish of the day“ ist ein Red Snapper Filet mit Reis und frischem Salat, sehr gut und ausreichend. Auch Brigittes Gartensalat mit Kürbis, Butternut und Qinola ist gut und etwas zu viel. Da die Küche inzwischen bereits um 17.30 Uhr den Betrieb wieder aufnimmt, nach 30 Minuten Pause, ist genug Zeit, das Essen zu genießen und dennoch rechtzeitig zur Abfahrt des letzten Busses aufbruchbereit zu sein.

Heute morgen war es wieder ziemlich nass, aber diesmal sind wenigstens meine Schuhe verschont geblieben. Mit dem ersten Bus fahre ich los, um die Gasflasche füllen zu lassen. Der Daypass von gestern, der ein 24-Hour-Pass ist, gilt noch, und auch die Rückfahrt liegt noch innerhalb des Zeitrahmens. Bei Elgas sitzt jemand vor der Türe und fragt, womit er dienen könne. Auf meine Antwort „I need a refill“ schaut er schon etwas erstaunt, doch als ich die leere Gasflasche aus dem Rucksack hole, ist er verblüfft. Das ist ihm noch nicht passiert. Leider haben der Fußweg zu Elgas und das Füllen etwas zu lange gedauert: Als ich die Endhaltestelle fast erreicht habe, fährt der Bus ab. Aber hier in der Sonne will ich nicht warten, deshalb gehe ich zu Fuß quer durch den südlichen Teil der Stadt bis zu Rand des Airport, um dort auf den Bus zu warten. Die Zeit reicht sogar noch für einen Besuch der Cathedral.

Eine Stunde nach meiner Rückkehr sind wir schon wieder auf dem Weg nach Broome. Da wir heute wohl nur einmal reinfahren, nehmen wir keinen Daypass, sondern eine 10er Karte. In Broome kaufen wir verschiedenes ein und kehren dann zum Platz zurück.

Dort laden wir unsere Nachbarn, ein deutsches Paar aus Hamburg und Bremen, ein, bei uns im Schatten zu sitzen. Sie sind australienerfahren, er ist zum dritten Mal da, sie zum zweiten Mal. Wir reden und reden, über Australien und das Eisen hier, aber auch über Japanisch, Chinesisch und Fremdsprachen allgemein. Und schon ist es so spät, dass sie aufbrechen, um Matso‘s aufzusuchen. Und ich will Kochen, was mir gerade noch bei Tageslicht gelingt. Für’s Essen bedarf es dann bereits einer Lampe auf dem Tisch.

Wednesday, October 2, 2019

Broome - 2. Oktober

Um sieben starten wir nach Norden, Richtung Gibb River Road. Aber als wir sie erreichen, biegen wir ab nach Westen, denn wir wollen nach Broome. Vorbei an Derby, das lassen wir rechts liegen, folgen wir dem Highway 1. Viele Boabs säumen den Weg, manche noch jung und aufrecht, manche bereits mit dickem Bauch, wieder andere vom Alter gezeichnet - und von Idioten, die meinen, ihre Schmierereien auch an diesen wunderbaren Bäumen anbringen zu müssen. Einige haben sogar schon erste Blätter. 

Unser erster Weg in Broome führt uns in die VI. Kurz danach, noch sind wir nicht an der Reihe, klingelt mein Telefon: Werner, auf dessen Nachricht ich gewartet hatte, ist hier in Broome bei Coles, auch er ist gerade angekommen. Während des Lunchs entschließt er sich, doch eine Nacht hier zu bleiben und weil wir uns schon angemeldet haben, kommt er einfach mit auf den CP. Palm Grove hat den Besitzer gewechselt und heißt jetzt RAC Cable Beach Caravan Park. 
Vom Alter gezeichnet, aber noch recht fit

An der Streeter Jetty in Broome, 1 Std nach Hochwasser

Nachdem wir alles aufgebaut haben, mache ich mich daran, den „falschen“ Reifen rechts vorn mit dem auf dem Dach auszutauschen. Auf dem Dach, weil dann der Reifen hinten am Heck für Notfälle passt und griffbereit ist. Dann ist noch Zeit für einen kurzen Poolaufenthalt und schon geht es weiter: Werner und ich fahren (mit seinem Auto) zu Point Gantheaume zum Sonnenuntergangschauen. Die Felsen sind in dem späten Licht fast noch schöner als sonst. So spät waren wir noch nie hier draußen, wir sind zum Sonnenuntergang sonst nur zu Cable Beach gegangen. Abendessen fällt heute aus, dafür reicht die Zeit nicht. Nun, ich habe ohnehin das Gefühl zu dick zu sein.

Unsere heutige Position ist 17-56-8 / 122-12-53, 20 m Höhe. 

Windjana Gorge - 1. Oktober

Ein letztes gemeinsames Frühstück, Zusammenpacken und Aufbruch. Werner ist vor uns unterwegs, obwohl es gerade erst halb acht ist.

Im Nu sind wir an der Abzweigung zur Gibb River Road, bzw. zum Devonian Reef, an dem der Track entlangführt, erst östlich, später - nach Tunnel Creek ist der Übergang - westlich. Die Strecke ist recht angenehm zu fahren. Nein, kein Tropfen Wasser ist zu sehen, alle Flussdurchfahrten sind trocken. Dafür ist im Tunnel des Tunnel Creek Wasser, es ist sogar einigermaßen sauber, zumindest kann ich bis zum Grund sehen. Wir gehen ein Stück hinein, zwei Freshies liegen als Custodians of the Tunnel am Ende des durch natürliches Licht erhellten Bereichs. Sie sind nicht aggressiv, aber sehr aufmerksam, und es gefällt Ihnen nicht, dass ich, dass wir so nahe herankommen. Auch Brigitte lässt sich mit dem einen fotografieren.

Die nächste positive Überaschung (nach dem Wasser im Tunnel): Der Campground in Windjana ist nahezu leer, nur ein Zelt steht auf dem riesigen Gelände. Da haben wir doch tatsächlich die Qual der Wahl. Da gestern in Halls Creek die VI (Visitor Information) geschlossen hatte, haben wir keinen Parkpass und so wird es heute ziemlich teuer, $39, $13  davon sind für den Parkeintritt.

Gleich nachdem das Zelt aufgebaut und Tisch und Stühle platziert sind, brechen wir auf zum Gorge Walk. Es sind 7 km return, wir sollen vier Stunden einplanen. Wir kommen mit zwei hin, obwohl ich auf dem Hinweg viel photographiere und Brigitte beim Rückweg physische Probleme bekommt. Sie gehört ja ohnehin nicht zu den Schnellgehern, aber heute, bei annähernd 40 Grad C, kratzt der Weg an ihren Grenzen. Diesmal hatten wir sogar Wasser dabei! Der Fluss ist fast ganz ausgetrocknet, nur noch ein kleiner Teich hat Wasser und in dem wimmelt es von Frischwasserkrokodilen, Freshies. Am Ufer graben zwei Brolga nach Würmern und lassen sich durch mich nicht stören. Ganz anders der Reiher, er lässt mich nicht an sich herankommen. Auch der Egret ist der Meinung, dass ich ihn nicht ablichten soll. Und die Fruitbats haben sich von hier verzogen, dem fehlenden Geruch nach sind sie schon länger weg. Ob dann heute Abend welche zum Trinken herkommen? Eher nicht.

Es gibt hier auf dem Campground kein Waschhaus, aber es gibt Duschen mit richtig warmem Wasser - von der Sonne verwöhnt. Das nutzen wir heute gerne aus.

Heute ist der zweite Abend nach Neumond, ein 8% Mond steht am westlichen Himmel und macht Licht, als sei er schon viel weiter. Das Kreuz des Südens steht so tief, dass, schon als es dunkel genug wäre es zu erkennen, die unteren Sterne bereits von den uns umgebenden Bäumen verdeckt sind. Im Norden verdeckt der schwarz rote Felsen des Devonian Reefs den unteren Teil des Nachthimmels, so dass es dort aussieht wie ein schwarzes Loch. Doch oben über uns zeigt sich der Skorpion in voller Schönheit.

Unsere heutige Position ist 17-24-52 / 124-56-36, 80 m Höhe.
Custodian of the Tunnel - etwa 2 m lang


Devonian Reef in Windjana Gorge