Saturday, August 10, 2019

Donnerstag, 8. August

Um halb sechs, es ist noch stockdunkel - so weit es auf einem Campingplatz dunkel sein kann - fängt es an zu regnen. Es ist nicht viel, aber es reicht, dass alles nass ist. Noch beim Zusammenpacken bekomme ich nasse Füße und Hände. Aber der Himmel klart auf. 
Der Capricorn Highway, den wir auf dem ersten Teil unserer heutigen Etappe benutzen, folgt im Wesentlichen dem gleichnamigen Wendekreis. Rechts eine Bahnlinie mit Kohlezügen, die - das ist für mich neu - von E-Loks gezogen bzw. geschoben werden. Drei Lokomotiven auf 120 Waggons, eine vorn, eine in der Mitte, eine am Ende. 
Kurz vor Westwood wenden wir uns nach Süden und verlassen erstmal die Tropen. Das heißt natürlich nicht, dass ab sofort Winterwetter herrscht, im Gegenteil, heute ist ein angenehm warmer Tag, aber die Tendenz geht doch Richtung kühlerem Wetter. Da müssen wir durch, wir wussten ja, was uns erwartet.
Immer wieder halten wir an, informieren uns oder machen einen Spaziergang. Dann sind wir am Tagesziel, dem Caravanpark von Monto, angekommen. Wir sind und bleiben die einzigen, die „unpowered“ übernachten. Ein Walk in den Ort mit Einkaufen rundet den Tag ab. Morgen sind wir - wenn nichts Gravierendes dazwischenkommt - bei Karen und James.

Mittwoch, 7. August

Beim Aufstehen ist ein merkwürdiges Licht: Der Himmel ist bis auf einen blauen Streifen im Osten - durch den uns die Sonne beim Frühstück wärmt - dicht bewölkt. 

Die große Gruppe, die die Mitte des Grasplatzes belegt hatte mit ihrer Wagenburg formiert sich gegen sieben zur Abfahrt. Da muss alles seine Ordnung haben, es geht nicht, dass einer nicht an seinem richtigen Platz steht oder sich gar vorzudrängeln scheint! Das wirkt ziemlich deutsch, obwohl wir vermutlich die einzigen Deutschen sind. Zumindest einer der Fahrer empfindet das als lächerlich und äußert sich entsprechend. 

Über die Fahrt gibt es wenig zu sagen, es geht alles seinen Gang. Wir halten am Roadhouse Belyanda Crossing, hier kostet die Toilettenbenutzung 2 $, aber es gibt eine ausreichende Begründung dafür. Auch in Clermont machen wir eine Pause, dort stehen etliche Roadtrains und bieten Gelegenheit zum Fotoshootings. Denn inzwischen haben sich die Wolken weitgehend aufgelöst und die Sonne lacht vom Himmel. Besonders warm ist es aber nicht, gerade so, dass ich noch in T-Shirt und Shorts rumlaufen kann.
Wieder wechselt der Bewuchs relativ oft zwischen Savanne und Wald, dann wieder Buschland. Dort Ist die Straße gesäumt von blühenden Wattlebüschen, traumhaft schön. Die Büsche sehen aus wie Ginsterhecken in der Languedoc oder Forsythien in Deutschland. Aber es sind Wattle.  Auch die Rinder bieten wieder den gewohnten Anblick: Brahmanrinder in grau oder hellbraun. Manche sind wohlgenährte, andere sehen eher verhärmt aus. Je mehr wir uns unserem heutigen Ziel nähern, desto mehr Agrikultur ist zu sehen: Baumwolle, Getreide, Mais. Letzterem bekommt das Klima aber scheinbar nicht besonders gut.

In Emerald kommen wir bei wieder halbwegs bedecktem Himmel und 23 Grad C an. Unser Stellplatz ist ziemlich genau auf dem Tropic of Capricorn, dem südlichen Wendekreis. Wir stehen auf 23-31-14 S, 148-10-3 O.

Dienstag, 6. August

Meine Aufwachzeit verlagert sich wieder etwas nach vorne, aber da ist es halt noch ziemlich dunkel. Aber wundern tut es mich nicht, denn erstens ist der Jetlag allmählich überwunden und zweitens verkriechen wir uns wegen der eher unangenehmen Temperaturen am Abend ziemlich früh in unsere Schlafsäcke.
Die Straße nach Charters Towers, die wir uns ausgewählt haben, mäandert durch die westlichen Ausläufer der Great Dividing Range. Links, rechts, rauf, runter, durch Dips, über Crests, dann auch mal durch ein ausgetrocknetes Flussbett, eine schöne Strecke. Die meiste Zeit ist sie asphaltiert, ab und zu ist auch ein Stück Gravel darunter. Ziemlich hohe Eukalypten wie River Red Gum und Ghost Gum säumen den Weg und bieten mannigfaltiger Vogelwelt Unterkunft und Auskommen. Viele der Eukalypten blühen, nicht nur zur Freude der Honeyeater, die sich am Pollen laben. Unter den Bäumen grasen Rinder, aber nicht wie sonst üblich Brahmani, sondern eher europäisch anmutende schwarze Rinder, sie sehen aus wie die, die in Spanien beim Stierkampf verheizt werden. 
Im Osten über dem Atherton Table Land dräut Unheil: Dunkle Wolken kommen über die Berge und dringen nach Westen vor. Aber noch bevor sie uns erreichen, lösen sie sich weitgehend auf, die Sonne findet immer einen Weg hindurch. Immer wieder kreuzt eine kleine Gruppe Känguru unseren Weg, Australian Magpies, Minor und ein großer Schwarm „Red tailed Black Cocatoo“ begleiten uns auf dem Weg durch die Hügel. Durch Forsaith führt uns die Straße, durch Einarsleigh und von dort über Gravel zum Oasis Roadhouse. 
Beim Losfahren vom Roadhouse stelle ich zwar fest, dass es nach Charters Towers weiter ist, als ich gedacht hatte und dass uns der Diesel nicht ganz reichen wird, aber auf die Idee, gleich nachzutanken komme ich nicht. Und so reist die nächsten 50 km die Frage mit, ob es in Greenvale eine Tankstelle gibt oder nicht, sonst müssen wir zurück. In der Karte ist keine eingezeichnet, aber die Karte ist jetzt auch schon 10 Jahre alt. Nun, es gibt eine Tankstelle und sie hat auch Diesel, allerdings um die Ecke.
Wir fahren weiter auf der Roadtrainstrecke. Sie kostet erheblichen Blutzoll unter der Kängurubevölkerung, viele haben den Versuch, die Strecke zu überqueren, mit dem Leben bezahlt. Darüber wiederum freuen sich die Raubvögel und die Raben. Erstaunlich, dass eine so stark genutzte Strecke noch immer zu mehr als der Hälfte nur einspurig ist. Kommt ein Roadtrain, egal ob von vorn oder von hinten, müssen wir von der Fahrbahn auf den Seitenstreifen, der allerdings stellenweise sehr steil abfällt - und das gefällt mir nicht.
In CT erfahren wir in der Besucherinformation, dass mindestens einer der drei Caravan Parks ausgebucht ist. Mal sehen, wie es uns ergeht. Erstmal füllen wir unsere Vorräte auf und kaufen auch anderes, was auf unserer Liste steht. 

Im BIG4 ist auf der großen Wiese für Camper, Die keinen Strom brauchen, noch jede Menge Platz. 10 Minuten nach unserem Eintreffen ist alles gerichtet und wir können zum „free wine tasting“ gehen. Etwa 60 Leute kommen dort zusammen. Zur Begrüßung gibt es einen Becher Ginger Ale, dann werden zwei verschiedene weiße und ein roter Wein kredenzt. Darüber kommen wir mit unseren Nachbarn ins Gespräch, Brigitte zur einen Seite, ich zur anderen. Das macht den Reiz dieser Treffen aus, ähnlich wie die Happy Hour gestern ist es eine wunderbare Gelegenheit, in ungezwungener Atmosphäre Informationen auszutauschen. Allerdings wird es deswegen schon während der Kochvorbereitungen fürs Abendessen dunkel und beim Essen brauchen wir eine Lampe.

Die Wolken haben sich völlig aufgelöst und über uns strahlt der „übliche“ Sternenhimmel. Der Mond, obwohl noch immer nur eine schmale Sichel, ist schon so hell, dass wir unserem Schatten nachlaufen.

Monday, August 5, 2019

Montag, 5. August 2019

Jetzt sind wir schon eine Woche unterwegs. Der Reißverschluss an der Persenning zum Dachzelt lässt sich nicht mehr schließen. Er geht sofort wieder auf, mit all den unangenehmen Folgen. Ich vermute, dass der Zipper kaputt ist. Nun, es muss auch so gehen. 
Heute morgen ist die Gasflasche aufzufüllen. Für mich ist es erstaunlich, dass diese 1,25 kg Propangas für eine ganze Woche mit zweimaliger Benutzung täglich gereicht haben. Das Büro macht allerdings erst um 9.00 Uhr auf. Danach fahren wir zu einer Werkstatt, um die vier Kabel wieder an der Batterie festmachen zu lassen. „It‘s tight with the cablebinders.“ „But not long.“ 45 Minuten später und um 30$ erleichtert fahren wir endlich los - mit einem deutlich besseren Gefühl. 
Vor der Reparatur ...


und danach. 



Die Strecke nach Croyden geht entlang der Bahnlinie. Zuerst sind wir viele Kilometer lang rechts davon, dann, nach einer Links-Rechts-Kombination, links. So bleibt es dann auch. 

Croyden hatte seine beste Zeit kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende: Damals wurde hier Gold aus der Erde geholt, dazu Silber, Zinn, Zink und Blei. Heute sind es Zinn, Blei und Uran, aber davon profitieren die Gemeinden nicht mehr. Die wenigen Arbeiter wohnen in unternehmenseigenen Containern am Ort des Geschehens, die Gewinne werden wenn überhaupt anderswo versteuert. 
Ein einsamer Apostlebird 

Weiter durch eintönige Landschaft. Kleine Eukalypten und Akazien stehen in braunem Gras, gelegentlich kommen wir an blühenden Kapokbäumen vorbei. Viele gelbblühende Büsche mischen sich unter die Bäume. Und doch werde ich müde. Dann wird die Straße einspurig, das erhöht automatisch die Aufmerksamkeit.

Wie in Croyden halten wir auch in Georgtown an der Visitor Information, bevor wir uns auf dem Goldfields Van Park einquartieren.

Saturday, August 3, 2019

Sonntag in Normanton

Gestern und noch heute morgen war mir nicht klar, dass heute Sonntag ist. Es fiel mir erst ein, als ich mit James telefonierte. Das kommende Wochenende ist bestätigt, wir werden in Gumdale erwartet. Das wird sicherlich ein interessantes Wiedersehen nach sechs Jahren.
Wie schön, ausnahmsweise nicht nach dem Frühstück das Zelt zusammenklappen und verpacken zu müssen. Sogar die Gasflasche darf heute unten bleiben.

Die Lebensmittelgeschäfte in Normanton haben sonntagvormittags geöffnet, eines davon hat auch eine 7/24 Zapfsäule vor der Tür. Alles andere ist versperrt, auch die Visitorinformation, obwohl dort eigentlich an Sonntagen von 10.00 bis 15.00 geöffnet sein sollte. Krys, the Savannah King, liegt einsam vor dem Shireoffice und wartet auf Touristen. Aber es kommen keine, außer uns. Auch am Bahnhof passiert nichts. Allerdings ist der Bahnbetrieb hier von Freiwilligen betrieben, es gibt ab und zu Fahrten mit einem zum Triebwagen umgebauten Bus und einmal die Woche eine Fahrt mit dem legendären Gulflander nach Croyden - Mittwochs hin, Donnerstag zurück, das Ticket kostet 165 AUD pp oder 95 AUD pp für die einfache Fahrt. Nur, was sollten wir an einem Mittwoch Abend in Croyden? Zum Fahrpreis kommen dann ja noch der Preis für die Übernachtung, für Abendessen und Frühstück. Da kommt einiges zusammen. Aber „einfach“ macht ja auch keinen Sinn.
The legendary Gulflander
Nach dem Rundgang durch Normanton - der Ort ist so klein, dass alles zu Fuß erreichbar ist - genießen wir den Tag ohne Fahrt.
Der Tourist Park hat einen Swimmingpool Pool. Das ist nicht ungewöhnlich, ungewöhnlich ist seine Größe. Immerhin ist es ein 25m-Becken. Aber das Wasser ist so kalt, dass ich es nicht schaffe, mehr als 500m am Stück zu schwimmen. Dann bin ich ausgekühlt und muss in die Spa, die mit Wasser aus dem nördlichen Artesischen Becken gespeist wird und knapp 40 Grad warm ist. Dieses „bore  water“ kommt aus fast 1000 m Tiefe getrieben vom Druck im Erdinnern aus eigener Kraft an die Oberfläche. Früher war die geförderte Menge doppelt so groß wie heute. Sollte das ein Hinweis sein, dass auch diese Ressource endlich ist? Auf jeden Fall werden auch die Duschen mit diesem Wasser betrieben.

Zum Abendessen gibt es Kartoffeln mit Tomatensalat und Spiegeleier. Aber es ist noch Zeit bis ich mit den Vorbereitungen beginnen muss. Ich muss dabei nur immer im Auge behalten, dass es um sieben bereits dunkel ist.



Von Boroloola nach Normanton

Neun Uhr scheint sich als Aufbruchzeit einzuquartieren, auch heute ist es wieder so. Nun, zum Teil liegt das auch daran, dass es erst um kurz  vor sieben anfängt hell zu werden mit dem üblichen Tropeneffekt: Wenig später geht die Sonne auf und dann wird es auch bald angenehm warm. Sonst sind Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad C im Freien eher unangenehm. Das Wasser ist hier so gut, dass wir unseren Tank auffüllen. Kurz hinter Boroloola wird die Straße zur Gravelroad - und das sollte für die nächsten Tage auch so bleiben. Durch Eukalyptuswäldchen, Buschland, Grasland und wieder weit auseinanderstehenden Bäumen vorbei geht es nach Südosten. Das Roadhouse kurz vor der Grenze nach Queensland hat noch immer geschlossen, wie vor sechs Jahren. Und schon sind wir in Queensland und müssen die Uhr eine halbe Stunde vorstellen. Zur Mitteleuropäischen Zeit sind es jetzt neun Stunden, nur acht zu unserer Sommerzeit (wieder ein Vorteil, wenn unsere Zeit umgestellt ist: Die Differenz zu Australien ist kleiner.)
Einsamkeit und scheinbar unendliche Weite


Zum Tor der Hölle, englisch Hell‘s Gate, ist es jetzt nicht mehr weit. Auf dem internationalen Flugplatz ist nichts los, aber auf dem Campingplatz stehen schon einige Grey Nomads, Altersgenossen aus den südlichen Bundesstaaten. Aber auch mindestens ein Paar aus Cairns ist da, mit ihm kommen wir nämlich ziemlich bald ins Gespräch. Die beiden fallen auf, denn Australier dieses Alters reisen sonst nicht mit PKW und Zelt.
Unsere heutigen Koordinaten: 17-27-19 S, 138-21-27 O (jeweils Grad Minuten Sekunden).
Heute wird es nach Sonnenuntergang nicht ganz so kalt wie die letzten Tage, es ist der bislang wärmste Abend. Und wieder erstrahlt über uns ein wundervoller Sternenhimmel, kaum beeinträchtigt von menschlichen Funzeln oder dem Mond. Überhaupt, wir haben hier in Australien heuer noch keinen Mond gesehen - und ich habe ihn noch nicht einmal vermisst.

Das Frühstück ist heute später, weil Brigitte noch mal eingeschlafen ist, als ich aufgestanden bin. Ich war ohnehin damit beschäftigt, Rainbow Lorikeets und Honeyeater zu fotografieren, leider mit wenig Erfolg. Die Vögel sind einfach schneller als ich. Trotzdem sind wir um neun Uhr „on the road“.
Große Überraschung: Die Straße ist ab hier asphaltiert, sealed, wie es hier heißt. Und sie bleibt so fast den ganzen Weg bis Burktown, nur rund 20 Kilometer sind noch Gravel - in einem exzellenten Zustand.
Am Leikhart River Crossing 
In Burktown pumpen wir die Reifen wieder auf, die waren noch für das Fahren auf der Gravelroad um 20% abgelassen. Und richtig, es geht auf Asphalt weiter. Weil wir kurzzeitig die Orientierung verlieren, legen wir 40 km doppelt zurück: Wir sind umgedreht weil wir glaubten, eine Abzweigung verpasst zu haben. Aber dem war nicht so. Zum Glück haben wir das Funkgerät und können uns damit Hilfe holen. Ab dem Leikhart River Crossing ist die Straße dann wieder Gravel, kaum corrugated.
Outback Tankstelle am Tirrania Roadhouse

Beim Camp 119 von Burk und Wills unglücklicher Expedition zum Golf, dem letzten Camp, nur wenige Kilometer vor dem für die Forscher unerreichbaren Ziel (es gibt hier keinen freien Zugang zum Meer, der Golf ist von Mangrovensümpfen umgeben), halten wir noch mal an und würdigen die Explorer und die, die nach ihnen gesucht haben und dabei mehr über das Land berichtet haben als die Opfer der eigentlichen Expedition. Nur ein Teilnehmer überlebte, weil er von Aboriginals gefunden und mitgenommen wurde. Die anderen Teilnehmer wurden nie gefunden. Als wir losfahren wollen, macht den Troopie keinen Mucks, kein Lämpchen im Armaturenbrett geht an. Aber die Batterie ist voll!? Ein gründlicher Blick in den Motorraum bringt es zutage: Der Kabelschuh der Masseleitung an der Fahrbatterie ist abgebrochen. Zum Glück finden sich zwei kurze. Kabelbinder, mit denen ich das Problem zumindest temporär beheben kann. Das war ein ziemlicher Schreck am Nachmittag.

Und jetzt stehen wir in Normanton auf dem Campingplatz und genießen den noch immer lauen Abend. Facebook und der Blog fordern ihren Zoll.

Thursday, August 1, 2019

Limmen National Park and Borroloola

 Mataranka verlassen wir gegen neun am Morgen. Kurz zuvor, wir waren so gut wie abfahrtbereit, kam ein Schwarm Apostlebirds vorbeigezogen auf der Suche nach essbaren Hinterlassenschaften der Touristen. Also nach Krümeln vom Frühstück. Apostel? Zumindest schwätzen sie dauernd und sie ziehen umher.

Apostlebirds sind nie allein  
Auf dem Roper Hwy kommt uns nur sehr sporadisch jemand entgegen - und natürlich auch nur dann, wenn die Asphaltdecke nur einspurig ist. Die ersten 133 km sind etwa zur Hälfte so, sonst „normal“. Dann kommt das laut des Mitarbeiters in der Visitor Information in Katherine - auffällig ist sein schöner Bart - Teilstück mit „horrible corrugation“. Nun ja, gut ist es nicht, aber ich würde höchstens von „heavy corrugeted“ sprechen. Mit 60 kmh geht es ohne stärkere Schäden befürchten zu müssen. Nach Tomato Island wird es deutlich besser.
Und irgendwann kommen wir zu Nathan River und damit an die Stelle, wo die Straße nach Western Lost City abzweigt. Hier hat sich was getan:
Nathan River Crossing
Es gibt jetzt eine richtige Kreuzung mit Schild. Aber wir fahren weiter nach Süden und sind etwa 30 Minuten später auf der Nebenstrecke zur Southern Lost City. Hier werden wir übernachten.  Der Campsite ist gut besucht, nur ein Slot ist noch frei. 10 Minuten später ist das Zelt bezugsfertig und wir genießen die Ruhe. Den Rundgang durch die Lost City verschieben wir auf Morgen. Wir stehen laut iPhone auf 15 Grad 48‘ 33“ S und 135 Grad 27‘ 24“ O. Zum Abendessen gibt es Fritatta mit Kartoffen.

Der Sternenhimmel ist wunderbar, da völlig ungetrübt von irgendwelchem störenden Licht. Es sind soviele Sterne, dass ich außer dem Kreuz des Südens und dem Skorpion nichts erkennen kann. Naja, immerhin ist es der südliche Nachthimmel.

Heute früh ist alles nass, in der Toilette tropft es von der Decke, auf unserem Tisch stehen dicke Tropfen. Nein, es ist kein Regen oder Wasserleitungsbruch - Wasserleitungen gibt es gar nicht - sondern es ist Tau. Zum Glück ist alles getrocknet, als wir das Frühstück beendet haben, so dass ich das Zelt zusammenpacken kann. Heute dauert es nur noch 14 Minuten.
Southern Lost City taucht auf aus der Nacht. 
Die Lost Cities sind natürlich eine Steinformation, in grauer Vorzeit gebildet und hochgedrückt und dann erodiert, wie so viele Sehenswürdigkeiten hier in Australien, die mit klingenden Namen benannt sin. Erstaunlich, dass so viele der Steine noch immer stehen und als wie vielfältig sie sich erweisen, während wir sie auf dem vorgegebenen Rundweg - allerdings in der falschen Richtung - durchwandern. Immer mehr Leute kommen uns entgegen und der Parkplatz ist voll, als wir zurückkommen. Gerade stellen sich die Insassen eines „Outback Spirit“ Busses zum Erinnerungsfoto auf. Vor dem Guide liegen an die 20 Kameras. 

Wir setzen uns in unseren Troopie und starten Richtung Süden, um am Südrand des Parks die Ostrichtung einzunehmen. Die letzten 20 Kilometer bis Borroloola sind wieder asphaltiert. Einkaufen, tanken, unterhalten und dann zum Campingplatz MacArthurs Park. Die Besitzerin gibt vor, mich erkannt zu haben „You‘ve been here before“ - vor 6 Jahren war das!
Zelt auffalten, einrichten und dann ausruhen.