Monday, August 19, 2019

Montag, 19. August

Auch westlich von Mt. Isa setzen sich die Hügel fort. Aber nicht lange, dann dominiert wieder die Platte Ebene wie auf dem Weg nach Cloncurry.
Auf dem Weg nach Westen
Nach etwas mehr als zwei Stunden sind wir in Camooweal und damit am westlichen Rand von Queensland. Hier waren wir erstmals 2007 - und es hat sich fast nichts geändert. Der historische „General Store“ ist noch immer geschlossen, im aktuellen ist das Angebot nach wie vor übersichtlich und es ist Nichtsein los. 
Der erste Unterschied von NT gegenüber QLD besteht darin, dass das Mitchelgras nicht (mehr) braun ist, sondern grau, also abgestorben. Ein Zeichen, dass es hier trockener ist als weiter östlich? Mag sein. Außerdem wird es mit der Überdeckung mit dem mobilen Netz auch nicht so gut sein wie in Queensland, immerhin wohnen in NT (Northern Territories) noch weniger Menschen als im westlichen Queensland.
Der Wind, der gestern Abend angefangen hat und sich im Laufe der Nacht zu einem Sturm entwickelte, macht keine Anstalten, schwächer zu werden. Ich habe Bedenken, wie es mit dem Abendessen wird, denn die Luft ist trübe vom vielen Sand. 

In Barkly Homestead schlagen wir unser Zelt auf, die Nase des Puh nach SSO, also in den Wind ausgerichtet. Der Wind ist kühl und selbst in der Sonne gibt es beim Tippen kalte Finger.

Sunday, August 18, 2019

Sonntag, 18. August

Ja, die Fahrten nach Norden machen sich bemerkbar, zum ersten Mal seit 9. August kann ich in kurzer Hose frühstücken. Der Weg nach Westen dagegen ist ungeschickt: Die Sonne geht heute erst nach sieben Uhr auf. Trotzdem sind wir schon vor acht Uhr unterwegs, ein bisheriger Rekord.
320 km auf der A2 nach Cloncurry: Endless horizons, brown grass covering the red soil, now and then an uneroded rock formation, green bushes and lonely trees, lots of cattle and burning sun.

Immer wieder halten wir an, obwohl eigentlich nichts ist.
70 km bis Cloncurry

In Cloncurry besuchen wir wie in fast jeder größeren Ansiedlung die Visitor Information, aber diesmal, um Informationen über den weiteren Weg einzuholen. Ich möchte heute noch nach Mount Isa, aber wohl nur, weil gerade erst Mittagszeit ist.



Von Cloncurry nach Mt Isa windet sich die A2 durch die Sewell Ranges. Diese Ansammlung von steilen Hügeln aus rotem Fels, bedeckt mit vertrocknetem Gras, grünem Gestrüpp und vielen verschiedenen Eukalyptusbäumen brachte seinerzeit die Expedition von Burke und Wills in extreme Zeitnöte. Die Existenz dieser Range war damals nicht oder nur vage bekannt und so hatte Burke sie nicht auf seiner Rechnung. Im Hochsommer war es dann extrem schwierig, Pferde und Kamele über diese unwegsamen Berge zu bringen. Sie haben es geschafft, aber die verlorene Zeit hat sie letztlich das Leben gekostet.
Wir checken auf dem Discovery-Argylla Caravan Park ein. Die Plätze für die Camper, die keinen Strom brauchen, sind sandig und graslos, dafür uneben und zumindest auf dem, der uns zugewiesen wurde, liegen zwei Hundehaufen. Für 35$ und Discovery können wir eigentlich Besseres erwarten. Leider gibt es heute keine Zufriedenheitsumfrage.

Unsere heutige Position ist 20-43-19 / 139-30-58, die Höhe beträgt 360m, das ist für Australien ziemlich viel.

Saturday, August 17, 2019

Samstag, 17. August

Samstag, 17. August

Die Nacht war nicht ganz so kalt, dennoch zittere ich beim Frühstück zeitweise. Das wird besser, als wir mit dem Tisch an eine sonnenbeschienene Stelle umziehen.
The Tree of Knowledge



In Barcaldine halten wir an, ich möchte wissen, was es mit dem Tree of Knowledge auf sich hat. Es ist ein Kunstwerk, eine Erinnerung an den Streik der Schafscherer 1891, eine der zwei Gelegenheiten, bei denen die Armee im Inland eingesetzt wurde. Aus diesem Streik bzw. der vorausgehenden Gründung einer gemeinsamen Gewerkschaft ist die Australische Labour Party entstanden. Der Streik selbst brachte nur den Führern der Streikenden je drei Jahre Zwangsarbeit ein, die eigentlichen Ziele wurden verfehlt.

An Longreach, der Heimat von Qantas, fahren wir vorbei, erst auf dem Teilstück nach Winton legen wir nochmal eine Pause ein. Als ich einen Raubvogel fotografiere, fragt mich ein anderer grauer Nomade, was das sei. Zum Glück konnte ich ihm sagen, dass es ein Australian Hobby war, ein ziemlich häufig vorkommender Vogel. Auch Winton, Dinosaur Capital of Australia, behauptet von sich die Stadt zu sein „that gave Qantas to the world“.
Australia at it‘ best - auch ohne Grün



In Winton bleiben wir, den Caravanpark kennen wir schon. Allerdings hatte ich ihn größer in Erinnerung. Zum ersten Mal seit zwei Wochen hat es über 30 Grad. Nach einer Flickstunde mache ich erste Erfahrungen mit dem Apple-Pendant zu Excel, es ist ein Kampf, weil es nicht so funktioniert, wie ich will, bzw. wie ich es von Microsoft gewohnt bin. Wir haben bisher einen Dieselverbrauch von durchschnittlich 11,2 l / 100 km, und das bei überwiegend schneller Fortbewegung auf Motor- und Highways. Das sieht gut aus für die CSR. 

Unsere heutigen Koordinaten sind 22-22-48 S / 143-2-33 O. 
Sonnenuntergang in Winton


Im Barn, einem Schuppen, der als Gemeinschaftsraum eingerichtet ist, tritt später ein Alleinunterhalter auf, er ist schwer zu verstehen, aber das liegt nicht daran, dass ich schlecht höre, sondern eher daran, dass mein Englisch dafür nicht ausreicht. 

Friday, August 16, 2019

Freitag, 16. August

Brrr, es ist bitterkalt, als ich kurz vor der Sonne aufstehe. Wie soll das werden mit dem Frühstück? Nun, es geht und als wir kurz nach 8 losfahren, setzt sich die Sonne bereits durch gegen die Kälte der Nacht. Eine Stunde später sind wir in Westwood und somit wieder am Wendekreis.
Baggerschaufel Marion vor dem Blackwater Coal Center
In Blackwater halten wir an, gerade rechtzeitig, um einen der langen Kohlezüge filmen zu können. Es dauert 3,5 Minuten, bis die 120 Waggons an uns vorüber gerollt sind.
Weiter nach Westen. Nur die Schmalspur passt optisch nicht so richtig.

In Emerald machen wir eine Pause und füllen unsere Lebensmittelvorräte auf, versorgen Puh, unseren Troopie, mit Kraftstoff und kaufen noch ein paar warme Sachen für die Nächte.
Knapp 2 Stunden später stehen wir in Alpha auf dem Alpha Tourist Van Park und bereiten uns auf den Abend vor. Dürfen wir die Firepit neben uns benutzen?
Der Mond war gestern voll, es war deshalb die ganze Nacht nicht richtig dunkel. Heute kommt er eine Stunde später, das erlaubt uns einen guten Blick auf die Millionen von Sternen über uns - und auf Jupiter, der Abend für Abend über uns am Zenit steht und die anderen Himmelsobjekte außer dem Mond überstrahlt.

Die Koordinaten unseres heutigen Stellplatzes sind 23-39-13 S, 1r6-38-14 O - 1 Grad weiter im Norden und fast 4 Grad weiter im Westen, weshalb die Sonne morgen später aufgehen wird als heute.
Abendessen: Spiegelei im Zwiebelmantel an Kartoffeln, Baby-Brokkoli und Tomatensalat

Thursday, August 15, 2019

Donnerstag, 15. August

Ja, so weit ist es schon, die dritte Woche ist fast vorüber. Doch eins nach dem anderen.

Sonntag, 11. August 

Beim Frühstück eröffnet uns Kaen, dass wir heute gemeinsam zum Ekka gehen. Es gibt eine ganze Reihe dieser Ausstellungen. Es ist so etwas wie der Maimarkt, nur mit geringerem Umfang. Die Idee dahinter ist, den Städtern die Landwirtschaft näher zu bringen. Die Veranstaltungen beginnen auf dem Land, es gibt Wettbewerbe, z.B. bei den Züchtern von Pferden, Hühnern, Ochsen,... Die Sieger treten dann auf der nächsthöheren Ebene gegeneinander an. Daneben werden Tiere ausgestellt und die neuesten Produkte vorgestellt und verkauft. Die Ekka in Brisbane ist der Kulminationspunkt. Zuerst habe ich gedacht, das sei schon eine schlaue Idee, die Leute dazu zu bewegen, dass sie Eintritt bezahlen, damit sie Geld ausgeben können für Essen, Trinken und Dinge, von denen sie bisher nicht wussten, dass sie sie brauchen. Aber das ist ja beim Maimarkt ähnlich. Es ist eine Veranstaltungsreihe, die der Farmervereinigung als Marketing dient. Es ist gestopft voll, obwohl wir relativ zeitig da sind. Ich bekomme dann auch recht bald einen neuen Hut, das stand ja ohnehin an. Nett anzusehen ist die Woodchopper Competition. Ein wenig traurig ist dagegen das Schweinerennen. Nun, eigentlich nicht das Rennen selbst, sondern die Aufmachung. Der Conférencier hat sicherlich schon bessere Tage gesehen, irgendwie tut er mir leid. Dann gehen wir zu dem großen Platz, auf dem das Feuerwerk, bzw. die Feuerwerke, es gibt zwei, stattfinden sollen. Inzwischen sind auch Lisa, Steve, Elli und ihr Boyfriend Jakob zu uns gestoßen. Elli hat sich heute morgen noch einen zweiten Hund aus dem gleichen Wurf gekauft, aber die beiden sind nicht mitgekommen. Rund um das Feuerwerk gibt es eine große Show mit Pferden, Kühen und Ponies, mit Autos und Motorrädern. Und natürlich mit vielen Menschen, die alle möglichen - und unmöglichen - Dinge machen.
Es wird immer kühler, kaum dass die Sonne verschwunden ist und so erweist es sich als richtig, dass James und Karen darauf bestanden haben, dass wir warme Kleidung mitnehmen - die ich den ganzen Tag im Rucksack herumgetragen habe. Insgesamt wieder ein sehr gelungener Tag.

Montag, 12. August

Nach der Verabschiedung von James, der heute geschäftlich nach Sydney muss, und von Karen brechen wir auf nach Carindale zur großen Mall. Dort gibt es einen Appleshop und ich habe per Internet um 10.50 Uhr einen Slot wegen meines iPhones bekommen. Als wir um 09.00 Uhr hinkommen, sind kaum Kunden da und so komme ich gleich dran. Der Techniker findet schnell heraus, dass das Phone Korrosionsschäden hat und rät - das ist ja schließlich sein Job - davon ab, irgendwelche Reparaturversuche zu starten. Stattdessen bietet er mir den Austausch des Phones an zu einem Preis, bei dem ich schon angesichts des weiteren rapiden Verfalls der australischen Währung gegenüber dem Euro nicht nein sagen kann. Bis dann wirklich alles zurückgeladen ist und zumindest scheinbar alles funktioniert, dauert es allerdings und bedarf noch eines zweiten Besuchs im Appleshop. So starten wir erst um 13.45 Uhr nach Norden. Wir benutzen den Gateway Motorway, auch wenn der Maut kostet, um Zeit zu sparen. Und so sind wir zwei Stunden später in Sippie Downs bei Alison und Rob und ihren zwei Hunden. Wie schön, wir bekommen ein Zimmer angeboten, müssen also wieder nicht im Dachzelt übernachten. Der Wind ist nach wie vor kalt, die Sonne schafft es nicht, die Luft hinreichend aufzuwärmen. Insbesondere in den Nächten ist es bitter kalt, die Temperaturen sind im einstelligen Bereich.
Nach einem Tee gehen wir spazieren, später bekommen wir ein wunderbares Dinner: Red Snapper Filets gegrillt, dazu Kartoffeln, Spargel, Brokkoli und Möhren und einen wunderbaren gemischten Salat. Der Shiraz ist eine fast perfekte Ergänzung. 

Dienstag, 13. August

Da Alison zum Zahnarzt muss, brechen wir auch schon gegen neuen auf und fahren an die Küste. Ich habe uns ja erst für den Nachmittag bei Jen und Henry angemeldet. In Mooloolaba (Betonung auf dem zweiten oo) wandern wir den Strand entlang. An der einen Seite findet eine Outrigger Competition statt, im Einsitzer und im Sechssitzer. Die Besatzungen starten für verschieden Länder, es gibt eine brasilianische Mannschaft, eine kanadische, eine amerikanische, mehrere australische und auch eine deutsche. Die Deutschen haben Trainingsjacken mit Bundesadler und der Aufschrift „Deutschland“ an, aber sie reagieren nicht auf meine in deutsch gemachte Ironische Bemerkung. Möglicherweise müssen nur einzelne Teilnehmer aus dem jeweiligen Land sein. Aber das ist nur eine Vermutung.
Am anderen Ende des Strands findet gerade eine 50er Geburtstagsfeier statt, ich weiß das, weil ich gebeten werde, die recht ausgelassene Gruppe zu fotografieren.
Auf dem Weg nach Montville werden wir auf den Bruce Highway geleitet, obwohl wir das gar nicht wollten. Es fehlt der übliche Hinweis „left lane must turn left“ - und ich war halt ordnungsgemäß auf der linken Spur. So kommen wir nicht über Palmwoods nach Montville, sondern über Maleny. Nach einem Spaziergang durch Montville fahren wir zu unseren nächsten Gastgebern. Zuerst scheint es so, als wären sie nur auf einen Tee eingerichtet, aber Jenice macht sehr schnell klar, dass wir bei ihnen bleiben können und sollen.
Nach einem Ausflug in das Mary Crainford Zentrum, wo wir nach einem ausgiebigen Blick auf die Glasshouse Mountains zu viert einen Walk durch den Rainforest machen und dabei viele Vögel hören und einige Wallabies sehen, kehren wir zu ihnen zurück. Auch hier bekommen wir ein vorzügliches Dinner mit viel Gemüse, Süßkartoffenmash und Lachs.

Mittwoch, 14. August

Henry wartet mit dem Füttern der Kookabarras, bis ich dabei bin, damit ich ein paar Fotos machen kann. Es ist schon bemerkenswert, wie geduldig die 10 angeflogenen Vögel sind. da gibt es keinen Streit, kein Gezänk! Sie sitzen da und warten, bis sie etwas bekommen.
Nach unserem Frühstück schlägt Jen uns vor, einen Weiteren Walk durch den Wald zu machen, mit Start am Kondulilla Falls. Sie bringt uns hin, dann sind wir auf uns gestellt. Wir sollen anrufen, wenn wir aufgesammelt werden wollen. Ein toller Weg liegt vor uns. Im Endeffekt sind wir fast vier Stunden unterwegs, was Jen unruhig werden lässt, auch, weil sie uns telefonisch nicht erreicht und weil sie nicht gedacht hatte, dass wir den langen Weg gehen. so ist sie ein wenig in Sorge, ob uns was passiert ist. 
Abends fahren wir nach Palmwoods zu Rick‘s Garage, einem Diner mit exzellenten Burgern. Brigitte isst „nur“ Sweet Potatoe Chips, aber weil ich einlade, machen sich Jen und Hen nicht lange Gedanken darüber.
Georg und Werner sind wohlbehalten in Darwin angekommen und haben bereits ihre neuen Telstrakarten, so dass wir kommunizieren können. 

Heute morgen nach dem Frühstück heißt es dann Abschied nehmen. Nach einem kurzen Fotostop in Palmwoods fahren wir auf die M1 und dann durch Gympie hindurch nach Kilkivan und weiter Richtung Monto. Im nächsten  Ort, in Biloena, checken wir auf einem der drei Campingplätze ein. Nach sechs Nächten in einem richtigen Bett und mit einem festen Dach über dem Kopf sind wir jetzt wieder „on the road again“ und schlafen nachher im Zelt. Leider gibt es hier auf dem Platz für die Camper jeden Menge dieser stachligen Samen, die  sich an den Schuhen und den Füßen festkrallen und ziemlich piepsen. Das verdirbt den ansonsten guten Eindruck ein wenig.
Werner hat vorhin angerufen, aber da waren wir noch unterwegs und deshalb könnte ich den Anruf nicht entgegen nehmen. Deshalb rufe ich jetzt zurück. Sie haben ihren Wagen übernommen (auch bei Ihnen ist der Reißverschluss am Zelt defekt und wurde ausgetauscht) und haben gerade eingekauft - in Darwin CBD. Sie werden vermutlich auch in Virginia Station machen.
Nach dem Abendessen - Paprikagemüse mit Reis, wobei  ich das Gemüse mit fein geschnittenen Zitronenstückchen zubereitet habe - und dem Geschirrspülen sitzen wir noch eine Weile neben dem Auto am Tisch, gehen dann aber bald ins Zelt. Denn warm ist es nicht, auch wenn es nicht so kalt ist wie in den vergangenen Nächten. Dafür haben wir jetzt Vollmond, der immer wieder durch die am Abend aufgezogene Bewölkung scheint.

Saturday, August 10, 2019

Samstag, 10. August

Heute steht ein Besuch auf „Straddie“, North Stradbroke Island, auf dem Programm. Karen hat auf dem Boot um 08.00 Uhr ab Cleveland doch noch einen Platz für uns bekommen und so brechen wir kurz nach sieben nach einem kurzen Frühstück auf, Karen, James, Brigitte und ich und dazu Ziggie, der Hund. Er fährt wie selbstverständlich auf meinem Schoß. Im Hafen von Cleveland stoßen Erika, Joe und Ben zu uns und auf dem Boot treffen wir Lisa und Steve. 

Viele Spaziergänge, Koala-Sightings, Whale-Watching vom Ufer aus und unzählige Gespräche (mit Joe auf Deutsch mit österreichischem Akzent) füllen die Zeit und schon müssen wir zurück aufs Festland. Die Rückfahrt ist ruhig, weil alle ein wenig müde sind. Ziggie sitzt wieder auf meinem Schoß, er hat ziemlich Angst beim Autofahren und drückt sich fest an mich.
Das iPhone funktioniert noch, nur der Ein-/Ausschalter an der rechten Seite reagiert nicht mehr, ausgefallen. Sonst scheint alles in Ordnung zu sein.

Nach einem wunderbaren indischen Abendessen, zubereitet von Karen und Erika - während James, Tom und ich für genügend Sitzplätze sorgen, denn wir sind beim Essen  zu zwölft, sehen wir im TV das Testspiel zwischen den Wallabies und den All Blacks, eine Übertragung aus Perth. Demnächst ist die Rugby-Weltmeisterschaft in Japan, die Teams rüsten sich für dieses große Event. Erika, Joe und Ben sind schon vorher aufgebrochen, Lisa, Steve und ihre Tochter Elli verlassen uns kurz vor der Halbzeitpause; auch Daniel und Tom sind gleich nachdem Essen zu einer Party verschwunden. So sind wir zur zweiten Halbzeit nur noch zu viert. Australien ist überraschend stark und gewinnt letztlich verdient mit 47:26.

Freitag, 9. August

Das war definitiv die bislang kälteste Nacht seit wir in Australien sind - und damit wahrscheinlich seit April. 5 Grad erreicht das Thermometer mit Müh‘ und Not. Zum Glück kommt wenigstens die Sonne heraus und wärmt uns beim Frühstück ein wenig. Dennoch schalten wir nach dem Losfahren die Heizung ein.

Die 90 km/h halte ich auf der A3 nicht lange durch: Zuviel Verkehr, darunter ab und zu ein Roadtrain. Da hinter dem aber PKW kommen, ist es manchmal schwierig, wieder einzuscheren. Also passe ich mich an. Die beabsichtigte Abkürzung zur A1 übersehen wir und müssen zwei Kilometer weiter, bis wir eine zum Umdrehen geeignete Stelle finden. Die Auffahrt zur A1 allerdings gestaltet sich schwierig wegen des vielen Verkehrs auf dem Bruce Highway. Letztlich klappt es natürlich. Im Stop-and-Go schleppen sich Laster, Caravans, SUVs und PKW durch Gympie. Erst am Übergang zur M1 wird es wieder schneller und dann rollt es richtig gut - bis zur Abzweigung der M3, die wir benutzen wollen, um der Maut zu entgehen. Ein Crash stellt ein 30-Minuten-Hindernis dar.Deshalb Lassen wir uns von Google unter „Vermeidung von Mautstraßen“ nach Gumdale leiten. Macht er gut, nur die Kommunikation mit meinen Hörhilfen ist überfordert.
Punkt halb vier treffen wir nach 4.000 km bei Karen und James ein.

Langsam treffen auch Daniel, Karen und Tom ein. Pippa ist in Melbourne.
Ich helfe James dabei, Markierungen am Pool und an der Spa anzubringen - er hatte ein Leck in der Anlage und will sehen, ob der Fehler behoben ist - dabei rutscht mir das Mobile aus der Hemdentasche und fällt ins Wasser. James holt es gedankenschnell wieder heraus, Karen empfiehlt, es in Reis zu legen und holt gleich eine Tüte voll. Mal sehen, was draus wird.

Zum Dinner fahren wir ins „Pelican‘s Nest“ nach Wynnum, wir übernehmen das Essen. Auch Erika und Joe, Karen‘s Eltern, und ihr Bruder Ben kommen dazu. Der Spaziergang auf die Pier deutet dann an, dass es wieder eine kühle Nacht werden wird - aber heute haben wir ja ein festes Dach über dem Kopf.